Andreas der Wanderer

Andreas der Wanderer

Die Jugendjahre
Andreas, genannt der Wanderer, gefällt es, seine Herkunft im Dunklen zu lassen. Sei es, dass er sich ihrer schämt, oder sei es, er ist von so niedriger Geburt ist, dass er nicht wagt, sie in einer Ritterschaft so vieler vermeintlicher Edelleute preis zu geben. Womöglich ist er gar ein Bastard, denn über seine Eltern ist nichts weiter bekannt.

Sicher ist, dass er am zehnten Tage des Erntemonates MCMLXXXIV AD in Röhe bei Dürwiss im Herzogtum Jülich geboren ward. Von seiner Jugend weiß man nur, dass er in den zwielichten Künsten der Alchemie ausgebildet wurde. Jener Wissenschaften, die zwischen Erkenntnis und Teufelei anzusiedeln sind. Dass er sich gelegentlich Papaanadeas Wandebrakis Usosuffolus nennt, mag auch darauf zurück zu führen sein. Ist doch weithin bekannt, dass die Alchemisten sich gerne mit den Philosophen und wahren Gelehrten der griechischen Antike auf eine Stufe stellen.

Ankunft bei den Veytalern
In seinem 23 Lebensjahr schließlich fand er auf Umwegen zu seiner wahren Bestimmung, einer weitaus gottgefälligeren: dem Rittertum.
Zunächst verschlug es ihn auf die Burg Satzvey, wo auch die Veytaler Ritterschaft dereinst ihren Ursprung hatte. Jedoch schloss er sich dieser nicht gleich an. Vielmehr studierte er zuvor, welch Gefolge es in seiner Nähe gebe. Dazu bemühte er auch seine Kenntnisse der „dunklen Wissenschaften“, deren Geselle er ja war, und beschwor die Dämonen des „Wahllosen Weltumspannenden Wahnsinns“, die ihn zu den Veytalern trieben.
Bereits bei der ersten Begegnung mit Angehörigen dieser edlen Ritterschaft ward ihm klar, dass er hier und nirgends sonst hin gehöre.
Auch änderte er seinen Namen von „Wanderer“ in „Wonderbra“, da „Wanderer“ ihm doch zu sehr nach körperlicher, auf Ausdauer angelegter Ertüchtigung klang.

Ritterschaft
Die Ritterschaft der Veytaler, die in allen Landen als toleranteste und warmherzigste bekannt ist, nahm ihn trotz seiner unklaren Herkunft und seines zweifelhaften Vorlebens auf. Niemand anders als Otto von Hochstaden selbst nahm ihn zum Knappen, um ihm auf den rechten Pfad zu führen und ihn zum Ritter auszubilden.
Schwerpunkte seiner Ausbildung sind die Herausforderung des langsamen Flanierens und des selbstlosen Vorkostens aller Arten unschädlicher Flüssigkeiten. In beiden Disziplinen hat er es bereits jetzt schon vor Abschluss seiner Ausbildung zur wahren Meisterschaft gebracht.
Weitaus schwieriger fällt ihm das Führen des Schwertes, obschon er sich auch hier nicht gänzlich ungeschickt zeigt und es bereits zu halten vermag. Selbst in Schlachten ward er bereits gesehen: fest eingekeilt zwischen den Schultern seiner Nebenmänner. Sein Blick war dabei grimmig. Unbekannt ist, ob sein Grimm dem Gegner oder den Nebenmännern galt, die ihn nicht gehen lassen wollten.
Gefürchtet ist er jedoch allemale vom Niveau und gemieden wird er vom Anstand.
Zuletzt sei noch sein bislang ungeklärter Bezug zu Schafen erwähnt.

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