Die Jugendjahre
Dorian wurde am 25. Tage des Wonnemonates MCMXCI AD in Aquisgranum als Stammhalter des hohen Hauses der von Thules geboren. Nach seinem Vater, dem Prinzen von Thule, ist er somit der zweite in der Erbfolge jenes sagenumwobenen Königreiches im fernen Norden. Seine Mutter, die Gemahlin des Prinzen, ist Christiane aus dem Geschlecht der Wimmers, die einflussreichste Frau sowohl der Veytaler Ritterschaft als auch des gesamten Eynevolkes.
Angesichts solcher Abstammung sind die Erwartungen an Dorian zu Thule groß, doch weiß er der Verantwortung gerecht zu werden und sich den Herausforderungen zu stellen.
Gemeines Leben
Bereits als Halbwüchsiger richtete er sein gemeines Leben auf die vor ihm liegenden Aufgaben innerhalb der Veytaler Ritterschaft aus. Nach dem unerlässlichen Erlernen des Lesens, Schreibens, Rechnens und der lateinischen Sprache richtete er sein Interesse zunehmen auf den Verlauf der Geschichte, wohl wissend, dass selbige die beste Lehrmeisterin ist, wenn es darum geht ein guter Anführer zu werden. Lehren einen die Ahnen doch, welche Taten zu Ruhme und welche in die Verdammnis führen. Doch dient dieses Bestreben nicht allein ihm selbst, um aus den Kenntnissen der Geschichte, allein für sich selbst Vorteile zu ziehen, vielmehr will er eines Tages, wenn er genug Wissen erlangt hat, dieses als Magister an die Mägde und Knaben weiter geben, weiß er doch, dass in den Kindern die Hoffnung ruht.
So wichtig Wissen für einen Anführer auch sein mag, um in einer Ritterschaft bestehen zu können, gilt es vor allem durch Stärke, in der Kampfkunst und durch Siegeswillen hervor zu stechen. Dies zu gewährleisten, stählte er in der Vergangenheit seinen Körper und seine Reflexe beim Training fremd anmutender Kampftechniken aus dem fernen Morgenland. Später dann verlegte er sich auf körperliche Ertüchtigungen, die die Muskeln seines Körpers bis heute wachsen lassen, auf dass er fähig ist, auch noch so schwere Hieb- und Schusswaffen mit Leichtigkeit zu führen.
In seiner Jugend übte er zeitweilig eine skurrile Form des Tanzes, der wenig höfisch anmutete, vielmehr an mechanische gymnastische Übungen mit Bodeneinlagen erinnerte, doch kann dies als jugendlicher Irrweg angesehen werden, der mit der aufkeimenden Weisheit des Alters nun der Vergangenheit angehört. Wohl aber kann er heute jede Maid sicher und gewandt zum höfischen Tanze und zum Reigen bitten.
Die Ritterschaft
Seinem unermüdlichen Treiben ist es zuzuschreiben, dass die von Thules den Weg in die Veytaler Ritterschaft fanden. Schon früh wuchs in ihm die Erkenntnis, dass er zu etwas höherem berufen war, und drängte seine Eltern, mit ihm die Märkte im Umland aufzusuchen, wo man gemeinhin auch Ritter jeglicher Couleur antreffen kann.
Wenn auch von ihm nicht intendiert, so ist ihm jedoch der Verdienst zuzuschreiben, dass sich die von Thules anno MMIII dem Heerzug der Guten Taten anschlossen, in dessen Folge sie der Veytaler Ritterschaft beitragen.
Dort wurde Dorian zunächst Knappe des ehrwürdigen Ritters Sebastian von Boetzlaer, bevor dieser sich ganz der Familie widmete und auf sein Landgut zurückzog. Von ihm und anderen Meistern der Schwertkampfes erlernte er selbige Kunst und wurde so selbst zu einem wahren Meister, mit dem zu messen nur wenige wagen. So ist es nicht verwunderlich, dass er den Ritterschlag im Wonnemonat des Jahres MMX durch den Hauptmann der Veytaler Ritterschaft selbst im nahen Kasteel Hoensbroek erhielt und das noch einen Tag bevor er großjährig wurde.
Ob seiner Herkunft, seines Standes, seines Könnens, seines Wissens und seines Ansehens ist er bereits heute, in seinen jungen Jahren, der Stellvertreter seines Vaters, wann immer ein Herr in die Schlacht zieht und der Prinz selbst durch gewichtige Gründe verhindert ist.
Alleine Hang zum Spiele und seine Leichtsinnigkeit bei selbigem ist ein Makel, von dem man nur hoffen kann, dass er mit dem Alter verschwindet. So trug es sich unlängst auf einem Tourney zu, dass er beim Kartenspiele den sicheren Sieg vor Augen hatte, und doch im letzten Spiele durch reine Leichtfertigkeit alles verspielte.
